Der Betreiber dieser nichtkommerziellen Webseite ist der hoch-engagierte Martin Mitchell in Australien (ein ehemaliges “Heimkind” in kirchlichen Heimen im damaligen West-Deutschland)

Schreiben vom Gendarmerie-Kommando Pirmasens, Rheinland-Pfalz, vom
12.01.1963, an das Landratsamt, bzw. Kreisjugendamt, Pirmasens, Rheinland-Pfalz,
betreffend den "kriminell gefährdeten Jugendlichen" Martin Mitchell,
der sich an seinem Arbeitsplatz eines Diebstahls schuldig gemacht hatte.



Gendarmerie – Kommando
P i r m a s e n s

(Dienststelle)




Pirmasens, den 12.1.1963


Tgb.Nr. 146/63

Landratsamt
Pirmasens
Eing.: 16. Jan. 1963

An
Landratsamt – Kreisjugendamt –

in P i r m a s e n s
-----------------------

M e l d u n g

eines kriminell gefährdeten Jugendlichen
Name und Vorname: [ M i t c h e ll ] , Vorn. Martin,
geb. am 28.7.46 in Berlin – Lichterfelde – West ,
Wohnung: Schopp/Krs. Pirmasens, P[..........] b[ei] Familie F[.........],
Schule bezw. Beruf: Hilfsarbeiter,
Vater bezw. Gesetzlicher Vertreter: Johann [Mitchell], angeblich in
Australien wohnh. ( 42 B[.........] Ave, Salisbury ).


Kurze Schilderung des Sachverhalts und Verbleib
der Vorgänge

Der Jugendliche trat am 11.12.1962 als Hilfsarbeiter in der Pol-
stergestellfabrik O t t o, Steinalben, ein und verdiente in der
Woche etwa DM 90,-- netto.
[
٪ ]
Am 8.1.1963, gegen 19,00 Uhr, nachdem
er gegen 18,15 Uhr seine Arbeit für diesen Tag beendet hatte,
begab er sich im Schutze der Dunkelheit an das rückwärtige Fabrik-
gebäude seines Arbeitgebers und drückte eine Holzfaserplatte, die
als Ersatz für eine Fensterscheibe diente, mittels körperlicher Ge-
walt ein. Durch die geschaffene Offnung stieg er in den Fabrikraum
ein und entwendete aus diesem eine elektrische Bohrmaschine mit
einem Wert von DM 200,--. Durch ein anderes Fenster, das er öff-
nete, verließ er den Tatort und versteckte im Keller seiner Cou-
sine F[.........] in Schopp, P[..........], das Diebesgut, das am näch-
sten Tage durch hiesige Dienststelle sichergestellt und an den
Geschädigten ausgehändigt wurde. Die Uberführung des Täters erfolg-
te durch eine gesicherte Fußspur, die mit den getragenen Schuhen
des Täters übereinstimmte und durch das Auffinden des Diebesgutes.
Der Jugendliche wurde am 9.1.1963 in das Strafgefängnis Zweibrü
cken eingeliefert. Die Strafanzeige liegt bei der Staatsanwaltschaft
Zweibrücken vor. Das Az. Ist hier noch nicht bekannt. Der
Vorgang hat bei hiesiger Dienststelle die Tgb Nr. A.V.II
13/63 erhalten.

Das Kreisjugendamt Pirmasens wurde bereits mündlich entspre-
chend in Kenntnis gesetzt.

Gesehen

G M Bischofberger
( Bischofberger), GI

G M Gensheimer
( Gensheimer ), GM


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[ Erstveröffentlichung auf dieser Webseite: 9. August 2006 ]